Seit Ende Februar 2011 bietet der Haufe Verlag die Neuromarketing-App „Codes 1.0“ zum Einführungspreis von 4,99 Euro an. Diese basiert auf dem Bestseller-Buch „Codes – die geheime Sprache der Produkte“, welches Antworten auf die Fragen liefert: „Welche geheime Sprache steckt in Produkten?“ und „Wie kann diese entschlüsselt oder für eigene Produkte genutzt werden?“.

Die App, welche im App Store für das iPhone und iPad erhältlich ist, beinhaltet neben dem eBook  „Codes – die geheime Sprache der Produkte“ mit integrierter Bookmark-Funktion, auch eine Vielzahl von Beispielbildern und -videos aus der Werbung. Als interaktives Modul und Special Add-On gibt es desweiteren „Das virtuelle Auge“.

"Codes" - Die erste Neuromarketing App ist auf dem Markt - ThinkNeuro!

Dieses ermöglicht das Simulieren des Erstkontaktes mit dem Kunden beim Betrachten von Produktverpackungen, Plakaten oder Produktregalen. Benötigt wird hierzu jedoch die Fotofunktion des iPhones, um von diversen Produkten etc. Aufnahmen machen zu können. Mithilfe des „virtuellen Auges“ werden die Bilder dann verpixelt, da das menschliche Auge  in der ersten Sekunde immer nur bis zu drei Bereiche bzw. Fixationspunkte in einem Bild scharfstellt. Dies sind immer jene, die sich deutlich vom Rest des Bildes absetzen. Genau diese drei Fixationspunkte kann der Anwender mit dem „virtuellen Auge“ in einem Bild durch einen Fingerzeig scharf stellen, während der Rest des Bildes verschwommen bleibt. So lässt sich testen, wie Kunden Produkte oder diverse Marketingaktionen im ersten Augenblick wahrnehmen und darauf basierend gegebenenfalls Optimierungsmaßnahmen ableiten.

Ich habe mir die App Codes 1.0 auf meinem iPhone installiert und das interaktive Modul an ein paar Produktverpackungen angewandt. Dabei sind folgende Ergebnisse entstanden:

"Codes" - Die erste Neuromarketing App ist auf dem Markt - ThinkNeuro!
Abbildung: “Codes” – Die erste Neuromarketing App ist auf dem Markt im Test (Quelle: Eigene Darstellung)

Das Festlegen von Fixationspunkten bei der Verpackung der Chio Chips ist mir dabei besonders schwer gefallen, da ich bei der Betrachtung dieses Produktbildes keinerlei markante Stellen gefunden habe, die sich vom Rest der Packung abgehoben haben. In diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass in einem Geschäft diese Chipssorte neben einer Reihe von anderen Chips-Packungen wohl wenig auffallen würde. Eine Optimierungsmaßnahme hinsichtlich deutlicher Fixationspunkte auf der Verpackung wäre an dieser Stelle sicherlich sinnvoll. Beispielsweise durch einen intensiven Farbkontrast.

Dies kann bei der Betrachtung der Sonnenmilch hingegen nicht behauptet werden. Es wurden genau die Bereiche bei dem Produkt aufmerksamkeitsweckend gestaltet, die für das Produkt entscheidend sind und dementsprechend von mir mit dem „virtuellen Auge“ – Tool fixiert wurden. Hierzu gehört das Qualitätssiegel der Handelsgruppe „Rossmann“, welches vor allem für balanceorientierte Menschen von großer Bedeutung ist und die deutlichen Hinweise, dass es sich bei diesem Produkt um Sonnenmilch mit dem Sonnenschutzfaktor „Mittel“ handelt. Das gleiche gilt meiner Meinung nach auf für die Verpackungsgestaltung der Bronchibon Eukalyptus Bonbons und des Energie Drinks Red Bull. Hier werden genau die Bereiche bei einer Produktverpackung wahrgenommen, die für den Verkauf des jeweiligen Produktes essentiell sind.

Quellen: Neuromarketing-App: “Codes” verrät, warum wir bestimmte Produkte kaufen via Shop4iPhones, Codes von Haufe via iTunes, Die Codes App von Haufe via acquisa – Das Portal für Marketing und Vertrieb



 
 

Über die Autorin

Autorin von ThinkNeuro! ist Olivia Shepherd. Innerhalb ihres Blogs beschäftigt sie sich mit nahezu allen Facetten des Neuromarketings, der Usability sowie der User Experience. Derzeit ist sie als Usability & UX Consultant bei einer Online-Agentur tätig.