Dass große Buchstaben die Aufmerksamkeit auf sich lenken, war ja bisher schon weitegehend bekannt. Doch dass dieser Größeneffekt durch Emotionen verstärkt werden kann wohl weniger (zumindest mir). Wichtig jedoch: Dies bezieht sich ausschließlich auf große Buchstaben innerhalb emotional geladener Botschaften. Denn: Je größer die Buchstaben einer emotionalen Botschaft sind, desto stärker deren Wirkung!

Dies ergaben die Ergebnisse eines Forscherteams rund um die Berliner Psychologin Mareike Bayer (HU Berlin). „Im Vergleich zu den kleingeschriebenen emotionalen Wörtern setze bei den großgeschriebenen der Emotionseffekt früher ein und dauerte auch länger an“, so Bayer. Leider könne das Team aber nicht erklären, auf welchen Mechanismus dieser Effekt beruht.

Bilder und Symbole nun doch nicht mehr vom Gehirn bevorzugt?

Immerhin ist aus der Wissenschaft bekannt, dass das Gehirn Bilder und Symbole ggü. Sprache und Buchstaben bevorzugt. Grund hierfür ist, dass das Gehirn versucht, so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen (= das Gehirn ist eigentlich sehr faul). Die Sprache bzw. in diesem Fall Buchstaben, müssen immer erst vom Gehirn decodiert werden. Buchstaben bestehen aus abstrakten Linien, denen das Gehirn erst eine Bedeutung verleihen muss, um eine emotionale Reaktion hervorrufen zu können. Dies verbraucht weitaus mehr Energie als das Betrachten von Bildern oder Symbolen.

Es sei allerdings denkbar, dass die Kombination aus Größeneffekt und emotionaler Botschaft, vom Gehirn als weniger Aufwand empfunden wird, da heutzutage die Sprache eine wichtige Quelle für emotionale Bedeutung sei.

Zusammenfassend heißt das somit, dass nicht nur wie bisher gedacht, emotionale Bilder oder Gesichtsausdrücke helfen können Emotionen und Gefühle beim Betrachter auszulösen, sondern auch große Buchstaben in Zusammenhang mit einer emotional geladenen Botschaft.

Größeneffekt funktioniert aber nicht nur bei Buchstaben

Wusstet Ihr eigentlich, dass der Größeneffekt nicht nur bei Buchstaben funktioniert, sondern auch bei Bildern? Grund sei, dass wenn man z.B. ein Bild eines wilden Tieres oder ein wütendes Gesichts sehr groß vor sich sieht, es im Allgemeinen schon recht nah ist. Der Körper reagiert dann in den meisten Fällen mit einer schnellen, heftigen Reaktion…

Quellen: www.focus.de, www.tagesspiegel.de
Quelle Titelbild: www.spreeblick.com



 
 

Über die Autorin

Autorin von ThinkNeuro! ist Olivia Shepherd. Innerhalb ihres Blogs beschäftigt sie sich mit nahezu allen Facetten des Neuromarketings, der Usability sowie der User Experience. Derzeit ist sie als Usability & UX Consultant bei einer Online-Agentur tätig.