In meinem dritten Beitrag zum Thema Informationspsychologie habe ich anhand von Beispielen aufgezeigt, mit welchen Reizen die Aufmerksamkeit beim Menschen geweckt werden kann.

Um diese zuvor vorgestellen Reize aufzunehmen, verfügt der Mensch über fünf Sinnesorgane. Hierzu zählen neben dem Auge, dem Ohr auch der Geruchssinn, Tastsinn und Geschmacksinn, wobei ich mich an dieser Stelle mit der Aufnahme von visuellen Reizen über das Auge beschäftigen möchte. Dementsprechend soll dieses nachfolgend kurz vorgstellt werden, da die Kenntnis über dessen Aufbau und Funktion für den nächsten informationspsychologischen Artikel “Gesetze der visuellen Wahrnehmnung” durchaus nützlich ist.

Das-menschliche-Auge-im-Querschnitt---ThinkNeuro!Abbildung: Das menschliche Auge im Querschnitt (Quelle: Optiker Holz; Das menschliche Auge; 2009)

Über die Hornhaut auf der Vorderseite des Augapfels und durch die Pupillenöffnung werden die Reize aus der Umwelt aufgenommen. Sie treten in Form von Lichtmustern auf, die von einzelnen Objekten abgegeben und über die Linse in das Augeninnere transportiert werden. Im hinteren Teil des Auges, an welchem sich die Netzhaut mit ihren lichtempfindlichen Rezeptoren befindet, werden die Lichtmuster zu einem scharfen Abbild gebündelt. Die Netzhaut  verfügt über zwei unterschiedliche Photorezeptoren, wobei zwischen den Stäbchen für das skotopische und den Zäpfchen für das photopische Sehen unterschieden wird. Die Stäbchen, welche zum größten Teil den gelben Fleck (Fovea centralis) im Bereich der Netzhaut bedecken, ermöglichen das Sehen bei Dämmerung und Nacht. Für das Erkennen von Farben sind die Zäpfchen zuständig. Sie unterscheiden zwischen Gelb, Grün und Blau, aus welchen sich alle anderen Farben erstellen lassen. Die Stäbchen und Zäpfchen wandeln das aus der Umwelt stammende Licht durch photochemische Prozesse in Nervenimpulse um, die über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet werden. Erst hier findet das tatsächliche „wahrnehmen“ und die daraus resultierende Objekterkennung statt.

Die Objekterkennung basiert auf den Gesetzen der visuellen Wahrnehmung, welche von den Vertretern der Gestaltpsychologie Kurt Koffka, Wolfgang Köhler und Max Wertheimer zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckt und publiziert worden sind.

Quellen: Blickpunkt Optik, Das Auge, 2009; Flow und Usability, Grundlagen der visuellen Wahrnehmung, 2009;
Krech, David/Crutchfield, Richard S./Livson, Norman/Wilson, William A. jr./Parducci, Allen, Grundlagen der Psychologie, 2006, S. 100-105; Psychologie Uni Heidelberg, Aufbau des Auges, 2009; Psychologie Uni Heidelberg, Stäbchen und Zäpfchen, 2009; Prof. Dr. Mangold, Roland, Informationspsychologie, 2007, S. 101



 
 

Über die Autorin

Autorin von ThinkNeuro! ist Olivia Shepherd. Innerhalb ihres Blogs beschäftigt sie sich mit nahezu allen Facetten des Neuromarketings, der Usability sowie der User Experience. Derzeit ist sie als Usability & UX Consultant bei einer Online-Agentur tätig.